Arbeitgeberattraktivität und Imagebildung des Tourismus als Arbeitgeber
Attraktivität des Tourismus: Eine Zukunftsperspektive

Attraktivität des Tourismus: Eine Zukunftsperspektive

Am 03. März 2020 fand das letzte von insgesamt sieben Fokusgruppeninterviews mit ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern im Rahmen des Interreg-Projektes „Attraktivität und Imagebildung des Tourismus als Arbeitgeber“ (AB256) an der FH Salzburg statt. Ziel ist es, Attraktivitätsfaktoren des Arbeitens in der Tourismusbranche aus den Interviews herauszufiltern, um Handlungsempfehlungen für weitere Schritte in Richtung Führungskräfte- und Organisationsentwicklung abzuleiten.

Die Fachhochschule Salzburg und die Fachhochschule Kufstein Tirol erarbeiten gemeinsam mit Partnern aus Salzburg, Tirol und Bayern ein grenzüberschreitendes Großprojekt mit einem intermodalen Rahmenthema: Attraktivität des Tourismus als Arbeitgeber. In der aktuellen Projektphase wurden eine Reihe von Fokusgruppeninterviews mit BranchenexpertInnen geführt.

Ziel der insgesamt sieben Fokusgruppeninterviews, welche in Salzburg, Tirol und Bayern mit ausgewählten Stakeholdern geführt wurden, war es, die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen der Zielgruppen zu sammeln und diese für weitere Analysen und Entwicklungen zu nutzen. In der aktuellen Diskussion nahmen Arbeitgeber vorwiegend Hoteliers und Gastronomen sowie VertreterInnen der regionalen Tourismusverbände, Tourismusschulen und Sozialpartner und aus Salzburg, Tirol und Bayern teil, um die überregionale Perspektive darzustellen und miteinander zu diskutieren.

ZAHLREICHE POSITIVE ASPEKTE

Auch wenn das Image des Tourismus als Arbeitgeber in den letzten Jahren deutlich eingebüßt hat, gibt es dennoch viele positive Aspekte, die den Tourismus in Salzburg, Tirol und Bayern ausmachen und welche ohne Tourismus in dieser Form wohl nicht denkbar wären. So wird dem Tourismus in den Projektregionen sowie den damit verbundenen Produkten und Leistungen eine hohe Qualität zugeschrieben. Diese Qualität wird insbesondere auch mit der heimischen Tourismusausbildung assoziiert, die weit über die Grenzen hinaus angesehen ist und den AbsolventInnen heimischer Tourismusschulen beste Karrierechancen im internationalen Umfeld eröffnet. Zudem existieren neben der direkt erzielten Wertschöpfung des Tourismus auch indirekte sowie induzierte Effekte, die der Tourismus auf andere Branchen hat.

Diese indirekten Effekte ermöglichen es, dass es in den Projektregionen eine hervorragende Infrastruktur bis hin zu diversesten Freizeitangeboten gibt, welche bis in weit verzweigte Täler reichen. Tourismusbetriebe haben sehr häufig eine lange Tradition, können mit familiären Strukturen punkten und bieten MitarbeiterInnen wertvolle Zusatzleistungen, welche von anderen Branchen in dieser Form nicht zur Verfügung gestellt werden können. Das Arbeiten im Tourismus wird von vielen ArbeitnehmerInnen als besonders „sinnstiftend“ empfunden. So ermöglicht das uno-actu-Prinzip durch die Gleichzeitigkeit der Erstellung und des Konsums der Dienstleistung eine sofortige Rückmeldung und Bewertung der eigenen Leistung sowie sozialen Interaktion, was als besonders motivierend empfunden wird.

DIE TOURISMUSBRANCHE ATTRAKTIVER GESTALTEN

Weitgehend einig waren sich die TeilnehmerInnen der Fokusgruppen, dass es bestimmter Schritte bedarf, um die Attraktivität der Tourismusbranche in Zukunft festigen zu können. Als essentiell wird erachtet, dass MitarbeiterInnen in der Branche mit ihrem Gehalt die Grundbedürfnisse befriedigen können und die Unternehmensführung versprochene Erwartungen erfüllt. Gerade jüngeren Generationen ist Sicherheit und Wertschätzung wichtig und auch Themenstellung wie die Selbstverwirklichung und Möglichkeit zur Mitgestaltung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Flexible Arbeitszeitmodelle sowie Möglichkeiten der Teilzeitbeschäftigung sind ebenfalls für die jüngere Generation von besonderem Interesse. Unternehmer sollten sich daher um ihre Positionierung „nach außen“ Gedanken machen, um das interne Branding als Attraktivitätsfaktor zu nutzen.

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