Arbeitgeberattraktivität und Imagebildung des Tourismus als Arbeitgeber
Attraktivität des Tourismus: Perspektive der Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen aus dem Chiemgau

Attraktivität des Tourismus: Perspektive der Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen aus dem Chiemgau

Am 17. Februar 2020 fanden zwei ExpertInneninterviews statt, zu dem der Chiemgau Tourismus e.V. eingeladen hatte.

Das Fokusgruppeninterview am Vormittag wurde mit ArbeitgeberInnen aus dem Chiemgau geführt, am Nachmittag skizzierten SchülerInnen und ArbeitnehmerInnen ihre Positionen. Im Rahmen der Interviews sind die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen der Stakeholder aus der Projektregion unerlässlich, um die Tourismusbranche in ihrer gesamten Komplexität analysieren zu können. Projektziel ist es, die Sichtweisen der verschiedenen Zielgruppen zu nutzen, um den Tourismus als Arbeitgeber zu attraktiveren. Die Gespräche mit den VertreterInnen aus dem Chiemgau offenbarten neben Gemeinsamkeiten auch Abweichungen von den Standpunkten der Tiroler oder Salzburger TouristikerInnen. Im Folgenden werden die wichtigsten Erkenntnisse dargestellt.

Der Verein ist Teil eines internationalen Großprojekts an dem die FH Kufstein Tirol sowie Fachhochschule Salzburg mit PartnerInnen aus Bayern, Salzburg und Tirol zusammenarbeiten.

DAS NEGATIVE IMAGE WIRD DER TOURISMUSBRANCHE NICHT GERECHT!

In der öffentlichen Wahrnehmung hat das Image des Tourismus als Arbeitgeber zuletzt gelitten. Der Tourismussektor kann hierfür allerdings nur bedingt etwas. Rahmenbedingungen wie steigende Mietpreise belasten ArbeitnehmerInnen aus allen Branchen. Da solche negativen Entwicklungen überproportional stark mit dem Tourismus, unter anderem im Chiemgau, assoziiert werden, kommen die positiven Aspekte in der Darstellung zu kurz. Die anerkannte Tourismus-Ausbildung in Deutschland ist als duales System konzipiert, das Schule und Praxiserfahrung im Betrieb miteinander verknüpft. Zum Gelingen dieses Ansatzes, den auch die Auszubildenden sehr schätzen, tragen die Tourismusunternehmen im Chiemgau einen großen Anteil bei. Extrem attraktiv ist das Chiemgau, da hier die Alpen sowie flache Landschaften und Seen innerhalb eines extrem kleinen Radius zu erreichen sind. Das Freizeitangebot, das die vielseitige Natur in der Region erlebbar macht, kann nur dank dem Tourismus existieren. Die TouristikerInnen im Chiemgau zeichnen sich nicht zuletzt durch ihre Innovationskraft aus und erweitern ihr Angebot immer wieder um Trendsportarten.

DER TOURISMUS UND SEINE ARBEITNEHMERINNEN VERDIENEN MEHR WERTSCHÄTZUNG

Aufgrund ihres Beitrags zur regionalen Wertschöpfung hat die Tourismusbranche mehr Wertschätzung verdient. Allerdings muss diese Wertschätzung auch von den Betrieben an die eigenen MitarbeiterInnen weitergegeben werden. Für viele ArbeitnehmerInnen muss ein attraktiver Arbeitgeber insbesondere mit immateriellen Qualitäten punkten. Hierunter fallen neben der Wertschätzung, ein kooperativer Führungsstil, ein Mitentscheidungsrecht im eigenen Arbeitsbereich sowie Unterstützung während der Ausbildung. Neben einer positiven Unternehmenskultur sind allerdings auch „harte“ Fakten wie eine Gehaltsangabe in der Stellenausschreibung, die in Deutschland nicht die gesetzlich vorgeschrieben ist, erwünscht. Aus der Perspektive der Betriebe ist vor allem eine größere (kommunal)politische Unterstützung von Nöten. Konkrete Maßnahmen wären Steuervorteile bei Mitarbeiterrabatten oder staatlich geförderter Wohnungsbau für Angestellte im Tourismus.

Die Studiengänge International Business Studies (IBS), Marketing & Kommunikationsmanagement (MKM) und Unternehmensführung (UF) der Fachhochschule Kufstein bedanken sich recht herzlich bei den ProjektpartnerInnen, insbesondere dem Chiemgau Tourismus e.V., und den ExpertInnen der Fokusgruppe, welche uns mit Ihrer Expertise und mit Ihrem Wissen unterstützt haben.

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